Manga Zeichengrundlagen: Haare Teil 1

Manga Zeichengrundlagen: Haare Teil 1
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15.05.2016

Manga Zeichengrundlagen: Haare Teil 1

manga-zeichnen-haare-01.jpgBevor du die Haare auf den Kopf malst, solltest du dir über eine Sache dringend Gedanken machen: den Haaransatz.

Selbst wenn deine Figur einen Pony hat und die Haare den Ansatz verdecken, ist es empfehlenswert, dass du Anfangs darüber nachdenkst, was für ein Haaransatz deine Figur hat und wo dieser liegt.

Lass aber auf jeden Fall genug Platz für die Stirn zwischen Augenbrauen und Haaransatz.

 

Haaransätze kommen in verschedenen Variationen, aber am seltensten sind sie einfach ganz gerade am Kopf von links nach rechts. Daher zeichne dir einmal auf, wie der Haaransatz deiner Figur sein sollte und vergiss dabei nicht, dass die Haare auch vor den Ohren noch hinunterwachsen.

Hier findest du nur drei von vielen möglichen Haaransätzen.

 

Bei den meisten Männern wandert der Haaransatz richtung Hinterkopf, je älter sie werden. Meist fängt das an den Schläfen an – das nennt man dann „Geheimratsecken“. Wenn du eine ältere, männliche Figur erstellst, mach dir Gedanken darüber, ob und mit wie viel Haarverlust er zu kämpfen hat. Deine Figur wird dadurch glaubhafter wirken.

 

Scheitel oder Wirbel

 

Wenn du dich für einen Haaransatz entschieden hast, solltest du dir als nächstes Gedanken darüber machen, Wo die Haare beginnen. Hat deine Figur einen Scheitel? Wenn ja, wo? Oder starten die Haare an einem Wirbel?

Hier zum Beispiel haben wir einen Seitenscheitel.

Du kannst dir zur Sicherheit eine Hilfslinie ziehen, wo der Scheitel auf dem Kopf verlaufen soll.

(Du kannst auch einen Zickzack-Scheitel machen.)

 

Natürlich wachsen nicht alle Haare der Figur aus dieser Linie heraus. Aber sie gibt die Richtung an, in die die Haare über den Kopf gelegt werden müssen.

 

Selbst wenn du dich für einen Scheitel oder Wirbel entschieden hast, kannst du daraus viele verschiedene Variationen machen, wie die Haare von dort aus fallen. Ein Scheitel bedeutet nicht, dass man vorne eine Haarlücke hat, an der man den Ansatz sieht. Die Haare können auch einfach in die Stirn fallen und nur am Scheitel die Richtung wechseln.

 

Hier siehst du einmal zwei Versionen des Seitenscheitels. Einmal mit Ansatz und einmal ohne.

Wenn du den Ansatz zeichnest, denk dran die Haare an der Linie vom Haaransatz entlang zu zeichnen.

 

Du solltest auch darauf achten, dass du die Haare mit ein klein wenig Abstand zum eigentlichen Kopf zeichnest. Haare haben ein gewisses Volumen und kleben nicht direkt am Kopf (es sei denn sie sind nass).

 

 

Hier noch einmal ein Beispiel für einen Mittelscheitel.

 

Genau wie beim Seitenscheitel schon geht die allgemeine Richtung der Haare vom Scheitel aus über den Kopf. In alle Richtungen. Auch nach hinten.

Beim Mittelscheitel fallen die Haare auf beiden Seiten des Kopfes gleich, wenn sie nicht durch eine Haarspange, Haarband, Gel oder ähnliches in eine andere Richtung gezwungen werden.

 

 

Das Endergebnis könnte beispielsweise so aussehen.

Auch beim Mittelscheitel gilt: der Ansatz muss nicht unbedingt zu sehen sein. Die Haare können auch vom Mittelpunkt aus geteilt wie ein Vorhang geteilt über die Stirn liegen und hinter den Ohren „befestigt“ sein.

 

Eine weitere Möglichkeit ist es, einen Ausgangspunkt für einen Wirbel festzulegen. Wo genau der Wirbel auf dem Kopf liegt, entscheidest du selbst.

In diesem Fall liegt der Wirbel auf dem Hinterkopf der Figur. Ich habe ihn extra unterhalb der Linie des Haaransatzes gezeichnet, damit keine Missverständnisse entstehen.

 

Hier musst du dann wieder ein wenig dreidimensional denken. Der Kopf ist ein Ball und die Haare legen sich vom Ausgangspunkt am Hinterkopf (also in diesem Fall ein Ort, den man eigentlich gar nicht sehen kann) über die Rundung des Kopfes.

Auch hier wachsen natürlich nicht alle Haare aus diesem einen Punkt. Der Ausgangspunkt gibt nur die Richtung an, in der die Haare allgemein über den Kopf wachsen.

 

So könnte das Ergebnis aussehen.

Ein paar kleine Tipps noch, zum Thema Haare zeichnen:

Haare sind der Schwerkraft ausgesetzt. Das heißt, solange man nicht nachhilft oder sich im Weltall befindet, sollten sie nach unten fallen. Werden sie von einem Objekt – der Schulter, einem Tisch, einer Kaputze o.a. - daran gehindert, fallen sie über die Form dieses Objektes. Denk also daran, dass lange Haare zum Beispiel auf der Schulter aufliegen und nicht immer gerade nach unten hängen.

 

Hier geht's weiter mit Teil 2

Das Mangaka-Redaktionsteam veröffentlicht hier regelmäßig Artikel rund ums Manga-Zeichnen sowie Wissenswertes aus Asien im Allgemeinen und Japan im Besonderen. Das Team besteht aus der Redaktionsleiterin Kay-San sowie die den drei Autorinnen Martina Peters, Stella Brandner und Stephanie Schild.