Manga Zeichengrundlagen: Arme

Manga Zeichengrundlagen: Arme
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15.05.2016

Manga Zeichengrundlagen: Arme

manga-draw-arms-1.jpgWenn du Arme zeichnest, solltest du dir überlegen, wie Arme eigentlich wirklich aussehen. Arme sind keinesfalls einfach nur gerade Schläuche, die in den Händen enden. Sie bestehen aber auch nicht aus zwei aneinandergeklebte Klopse an denen dann die Hand hängt.

Wenn man keinen muskulösen Arm zeichnet ist der Oberarm relativ gleichmäßig dick. Der Unterarm hingegen, egal ob die Figur muskulös ist oder nicht, ist zum Ellenbogen ein wenig dicker.

 

Der Arm - vereinfacht

 

Vereinfachen kann man den Arm auf verschiedene Arten. Du kannst ihn zum Beispiel aus Kugeln, Ovalen, Zylindern und Kegelförmigen Gebilden zusammensetzen, wie links im Bild.

 

 

 

Die Schulter ist eher ein Oval als eine Kugel. Der Oberarm ist ein Zylinder. Das Ellenbogen-Gelenk ist eine Kugel (nicht wirklich, aber dazu später mehr).

 

 

 

Der Unterarm sieht ein wenig aus wie ein Kegel von der Kegelbahn – nur ohne Kopf. Und das Handgelenk kannst du wieder als Kugel darstellen.

 

 

 

Du kannst es auch ein bisschen freier angehen und statt einen Zylinder für den Oberarm einfach ein langgezogenes Oval zeichnen (ein wenig wie eine Pille) und für den Unterarm einen langen Tropfen. Statt der Kugel für das Gelenk lässt du die beiden Formen sich einfach überschneiden.

 

 

 

Vergiss aber in keinem Fall den Ellenbogenknochen mit einzuzeichnen. Manche zeichnen einfach die Linie vom Unterarm und vom Oberarm durch, bis sich beide Treffen und eine Ecke ergeben. Das kann man machen, ist aber eigentlich so nicht anatomisch richtig, denn der Knochen steht zwischen den Muskeln hervor und somit wölben sich Ober- und Unterarm noch ein wenig hervor, ehe es dann zum Ellenbogenknochen geht.

 

 

Die Armmuskulatur

 

Natürlich haben nicht alle Mangafiguren super muskuläre Arme. Aber um dir besser vor Augen zu führen, was sich da alles so an Muskeln in den Armen befinden, hier ein etwas übertriebenes Beispiel. Die Muskeln sind alle mehr oder weniger vereinfacht, aber du musst auch nicht jeden einzelnen Muskelstrang kennen und schon gar nicht beim Namen nennen können.

Du solltest dir trotz allem die wichtigsten Formen einprägen, damit du weißt wie so ein Arm funktioniert.
Trizeps und Bizeps sind dir vermutlich ein Begriff. Der Bizeps ist der etwas dickere Muskel auf der Oberarminnenseite der dafür sorgt, dass man den Unterarm anwinkeln kann. Der Trizeps ist etwas weniger ausgeprägt, liegt an der Oberarmaußenseite und bewirkt genau das Gegenteil, er klappt den Unterarm wieder aus.

Wenn du dir das linke Bild vom Unterarm ansiehst verstehst du auch, was weiter oben damit gemeint war, dass der Ellenbogenknochen aus den Muskeln heraussteht. Links und rechts vom Ellenbogenknochen befindet sich Muskelgewebe. Das solltest du bedenken, wenn du zeichnest. Denn je nachdem, aus welchem Winkel du den Arm zeichnest steht der Knochen ein wenig vor, so dass du eine kleine Linie in den Arm hinein ziehen kannst um ihn ein wenig dreidimensionaler zu zeichnen.

 

Armbewegungen

Die Armgelenke bewegen sich im Grunde immer im entgegengesetzten Winkel zueinander.
Wenn also das Schultergelenk den Arm hoch oder runter bewegt, steht das Ellenbogengelenk so, dass es den Unterarm nach rechts oder links klappt – also im Grunde Richtung Körper oder wieder raus bis der Arm gerade ist. Nach hinten geht nicht, da ist der Ellenbogen im Weg. Auch das Handgelenk kann man nur in einigen wenigen Armhaltungen und unter Anstrengung so drehen, dass man es im gleichen Winkel abklappen kann, wie den Unterarm.
Du kannst es dir also so vorstellen wie auf dem Bild oben.
Im übrigen drehst du das Ellenbogengelenk, indem du den Oberarm drehst. Dadurch dreht sich natürlich auch der Ellenbogen mit – achte darauf, wenn du den Arm zeichnest, wo der Ellenbogen eigentlich liegt, wenn du den Arm in die eine oder andere Richtung drehst. Vielleicht ist der sogar gar nicht zu sehen.

 

Ganz wichtig ist auch, dass sich die Schultern mitbewegen, wenn man die Arme hebt. Zeichne also deine Figur nicht einfach mit gerade Schultern und nach oben abgeknickten Armen. Die Schultern bewegen sich auch nach oben und drehen sich nach oben mit. Sogar das Schlüsselbein wird ein wenig steiler, da es ja mit den Schultern verbunden ist.
Je weiter die Arme gehoben werden, desto weiter rücken die Schultern nach oben und an den Hals heran.
Stell dich einmal vor den Spiegel und schau was passiert, wenn du die Arme hebst.

 

Hier das ganze noch einmal nicht nur als Strichmännchen. Wenn man die Arme hebt, sieht man natürlich automatisch die Unterseite der Oberarme. Der Bizeps dreht sich also ein wenig nach hinten und so entsteht dieser Strich Richtung Brust. Bei weniger muskulösen Figuren sieht man das natürlich nicht so arg, aber wie immer übertreibe ich hier ein wenig, damit du es besser verstehst.
Man sieht nun auch einen Teil der Muskeln, die Die arme hinten mit dem Rücken verbinden. Das ist dieser kleine Hubbel da unten zwischen Arm und Brustkorb. Je weniger muskulös eine Figur ist, desto weniger ausgeprägt ist dieser Hubbel. Aber vergiss nicht, dass er hinter dem Brustkorb liegt. Du kannst also wieder eine kleine Linie in den Körper hinein ziehen, um das ganze dreidimensionaler wirken zu lassen.
Im Übrigen bewegen sich auch die Brustmuskeln mit, wenn man die Arme hebt. Da sie mit den Schultern verbunden sind, werden sie von dort aus nach oben und in die Länge gezogen.
Von hinten ist das ganze im Grunde umgekehrt. Die Schultern liegen ein wenig vor den Unterarmmuskeln, also kannst du hier einen kleinen Strich hineinziehen. Jetzt siehst du auch die Muskeln besser, die die Arme mit dem Rücken verbinden – das, was man von vorne nur als kleinen Hubbel sehen konnte.
Die beiden Ecken daneben sind die Schulterblätter. Sie sind im Grunde zwei Dreiecke, die ein wenig nach unten verschoben an den Schultern liegen. Auch sie bewegen sich mit, wenn man die Arme hebt oder senkt.

 

 

>> Beine!

 

Das Mangaka-Redaktionsteam veröffentlicht hier regelmäßig Artikel rund ums Manga-Zeichnen sowie Wissenswertes aus Asien im Allgemeinen und Japan im Besonderen. Das Team besteht aus der Redaktionsleiterin Kay-San sowie die den drei Autorinnen Martina Peters, Stella Brandner und Stephanie Schild.