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Zwei Herzen schlugen in seiner Brust
Gespeichert von bottych am/um Fr, 06/29/2012 - 13:03
Das Vermächtnis von Jean Giraud alias Moebius
Im Alter von 73 Jahren starb im März dieses Jahres der französische Künstler, der mit seiner unvergleichlichen Art zu zeichnen das Comicgenre nachhaltig revolutionierte.
Gerade mal mit 17 Jahren wurde Jean Giraud von der Pariser Académie des Beaux-Arts aufgenommen. Das schafften nicht viele vor ihm, doch bald darauf nahm er sich eine achtmonatige Auszeit, um seine Mutter in Mexiko zu besuchen, die dort ein weiteres Mal heiratete. Im Land der unzähligen Wüsten erlebte er eine Art Offenbarung, die sein Schaffens-Dasein für immer prägen sollte. Die Wüste und ihre unendliche Weite betörten seine Sinne. In ihren Bann gezogen versuchte er, seine Eindrücke in Bildern für die Ewigkeit festzuhalten. Sein Western-Comic Blueberry und dessen Universum wurden in diesem Moment geboren.
Neben Jean Giraud verschaffte sich ebenso sein Alter Ego Moebius Gehör bei der Comicgemeinschaft. Die Science-Fiction-Alben Arzach, John Difool oder Die luftdichte Garage erhielten wegen ihrer fantasievollen Geschichten und ausgefallenen Bildern große Aufmerksamkeit. Doch wenn man die meisten Comics miteinander vergleicht, erkennt man ein Element, was sich immer wiederholt: die mexikanische Wüste. Sie vereint die zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten Giraud und Moebius, die in seinem Herz schlugen.
1963 begannen die Arbeiten an der Lieutenant-Blueberry-Serie, welche sich über vier Jahrzehnte zogen und er stets mit Gir unterzeichnete. Vor allem die detailreichen, akribisch getuschten Bilder, die mit schwarzen Flächen und Linien durchzogen waren, sollten den Betrachter den Schmutz und Härte der Wüste lebhaft vermitteln. Auch bedient er sich einer neuen Seitenaufteilung der einzelnen Bilder, indem er Landschaftspanoramen oder Bild in Bild Sequenzen einführt.
Im Gegenzug sind Moebius Werke durch eine spontane Federführung geprägt und sollte die künstlerische Individualität der ausgefallenen Zeichnungen und Erzählungen unterstreichen. Er versuchte immer, das Leben der Bilder zu erhalten. "Wenn man ein Bild zeichnet, bewegt es sich nicht mehr, es ist in der Zeit erstarrt", bedauerte er den Zustand seiner Kunst.
Wegen seiner eindrucksvollen und inspirierenden Bildwelten arbeitete Giraud an verschiedenen Klassikern der Filmgeschichte mit wie z.B. Alien, Tron oder Das fünfte Element. Die unverwechselbare Art von Moebius steckt in diesen Filmen und wird auch weiterhin die Macher und Schreiber von Science-Fiction Szenarien bewusst oder unbewusst beeinflussen.
Quellen:
http://www.contours-art.de/de/artists/moebius/
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-03/moebius-jean-giraud-comic/seite-1
Wikimedia (2009), Jean Giraud at International Festival of Comics in Lodz von Jaron11,

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