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Popkultur aus der Edo-Zeit
Gespeichert von bottych am/um Mi, 06/06/2012 - 23:05
Bühne frei für Kabuki!
Im Jahre 1603 kam eine Frau namens Kuni nach Kyoto – angezogen in seltsamen Männerkleidern – und hat angefangen, wild zu tanzen. In Europa wäre sie zu der Zeit wohl auf dem Scheiterhaufen gelandet – die Japaner haben eine Kunstform daraus gemacht.
Beim Kabuki-Theater wird gern eine Schippe mehr drauf gelegt: Mehr Schminke, mehr ausgefallene Kostüme, mehr dramatische Posen. Die Kunstform liegt irgendwo zwischen Theaterstück und Operette: Es wird gesungen, getanzt und akrobatische Kunststückchen vorgeführt. Auch die Bühne ist ein Star: Mit aufwändigen Mechanismen werden sogar Unterwasserszenen dargestellt. Und das schon zu einer Zeit, als es noch keinen elektrischen Strom gab.
Wer sich ein klassisches Kabuki-Stück ansieht, sollte genau auf die Schminke der Darsteller achten. Anders als im echten Leben, sieht man den Kabuki-Figuren ihren Charakter nämlich im Gesicht an: Der Held trägt rote Verzierungen, sein Widersacher blaue und Geisterwesen werden mit brauner Farbe kenntlich gemacht.
Die Wortbedeutung von Kabuki (歌舞伎) leitet sich vom Verb „kabuku“ her. Das bedeutet so viel wie „exzentrisch sein“. Wirklich passend, denn Kabuki-Figuren sind wirklich sehr bizarr. Jeder Darsteller hat bestimmte, charakteristische Posen – Mie (見得) genannt. Die Fans feuern ihre Lieblingsfiguren von den Rängen aus an und warten gespannt, dass im Hintergrund die traditionellen Hölzer geschlagen werden: Der Ton verrät, dass gleich einer der Schauspieler seine Mie vorführt!
Die Anfänge des Kabuki reichen zwar bis in die Edo-Zeit im 17. Jahrhundert, aber bis heute ist die Kunstform in Japan sehr beliebt. Und noch immer schlüpfen Männer in die Frauenrollen. Ursprünglich war es Frauen nicht gestattet, beim Kabuki aufzutreten. Also warfen die Herren sich in Schale – und begründeten mit ihren anmutigen Darstellungen angesagte Trends für die Damen. Heute lockt Kabuki in Japan ein eher traditionell-gesetztes Publikum an. So wie in unseren Breitengraden ein Theaterstück. Früher war Kabuki aber ein bürgerliches Vergnügen – das DSDS der Edo-Zeit.
Denn damals als ein Samurai einem Bauern ungestraft den Kopf abschlagen durfte, um sein neues Katana zu testen, konnte man wenigstens beim Kabuki ein bisschen über die großen Herren lachen. Wenn auch nur in Form einer geschickt verpackten Tier-Fabel.
Weitere Infos zu Kabuki findet ihr unter: www.2.ntj.jac.go.jp/unesco/kabuki/en/index.html

Kommentare
:D
Toll, nur schade das es bei uns net so was geibt, würde bestimmtlustig werden ;D
Wer bock hat kann mal vorbei schauen ;3
https://twitter.com/ >.<...
Lg ka-chan ;D
hey voll toll....das mit den
hey voll toll....das mit den gesichtsfarben wuste ich schon. die stücke sind echt toll. Und der klang der hölzer ist wirklich einmalig.insgesamt wirken die stücke sehr aufgesetzt aber dadurch sind sie nur noch komischer. XD
Die Fähigkeit neben dem zu bleiben, den man [color=#FF0000]liebt[/color], ist eine der Privilegien eines Freundes.
Denn der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.
gibts sowas auf YouTube zu
gibts sowas auf YouTube zu sehen
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