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Das bunte und laute Glückspiel der Japaner

Pachinko

Jeder der nicht während seines Japanaufenthalts in einer Pachinko-Halle war, kann nicht behaupten, dass er oder sie in Japan gewesen ist. Pachinko gehört zu Japan wie der Hamburger Fischmarkt zu Hamburg.

Aber was ist überhaupt Pachinko? Das Wort beschreibt den Automaten und das dazugehörige Spiel, was man mit dieser Mischung aus einem Münz- und Flipperautomaten spielt. Diese Automaten haben eine lange Tradition nachdem sie über die USA am Anfang des 20. Jahrhunderts nach Japan gelangten. Vor allem Kinder spielten diese Art von Spiel und nannten es „Pachi-Pachi“, daher auch der Name. Pachinko-Hallen gibt es wie Sand am Meer. Das Spiel selbst ist ein Volkssport, den sowohl Männer als auch Frauen spielen. Es gibt sogar einige professionelle Spieler, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen.

Zu Beginn tauscht man sein Geld gegen Kugeln, die auch der Gewinn sind. Jede Pachinko-Halle hat seine eigenen Kugeln, damit niemand auf die Idee kommt, zu betrügen. Obwohl es Flipperautomaten gibt, die den Spieler aktiv fordern, ist dies bei einem Pachinko-Automaten nicht der Fall. Der Spieler kann lediglich die Geschwindigkeit bestimmen mit dem die kleinen Kugeln in das Spiel geworfen werden. Viele dieser Kugeln fallen einfach über das Spielfeld runter und verschwinden, doch einige finden ihren Weg in spezielle Löcher und das bedeutet, dass der Spieler unzählige neue Kugeln gewonnen oder sogar den Jackpot geknackt hat! Doch dieses Glück ist ziemlich rar. Außerdem ist es meistens so, dass wenn man mit niedrigen Einsätzen spielt, sagen wir 500 oder 1000 Yen, das entspricht 5 bis 10 Euro, ist die Chance groß, dass man in wenigen Minuten alle seine Kugeln verliert. Dennoch ist es bei Treffern meistens so, dass man immer mehr Kugeln bekommt, als man eingeworfen hat. Wenn man mit einem Spiel fertig ist, signalisiert man einem Angestellten, dass er einem helfen soll, die Schalen mit Kugeln zu tragen.

Die Gewinne kann man in einem bestimmten Shop in der Spielhalle gegen Gegenstände wie z.B. Bleistifte, Kuscheltiere, Parfüms oder CDs einlösen. Was man schlussendlich für seine Kugeln bekommt, hängt natürlich von der Menge ab. Aber geht es beim Glücksspiel nicht um Geld? Glücksspiel ist gemäß dem Gesetz verboten, doch kann man es mit dem Zwischenschritt über den Erwerb von Gegenständen aushebeln. Die gewonnen Sachen dürfen legal wieder zu Geld gemacht werden. Dafür braucht man auch nicht lange zu gehen. Meistens ist außerhalb der Spielhalle ein kleines Fenster, das die „Gewinne“ in Geld umwandelt. Somit ist es kein direkter Geldgewinn. Dennoch fragt man niemals direkt nach dieser Umtauschstelle. Das ist verboten!

Quellen:
Japan Guide (2012), Pachinko,
http://www.japan-guide.com/e/e2065.html

Pachinko Planet (2012),
http://pachinkoplanet.com/zencart/

Bild:
Wikimedia (2008), Pachinko-Spielhalle von MichaelMaggs,
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pachinko_parlour.jpg

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