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Ganz schön sportlich, Dickerchen

Die hohe Kunst des Sumo 

Durchtrainiert, braungebrannt, Dreitagebart... viele Profisportler könnten auch glatt als Models arbeiten. Wer sich dem Sport verschreibt, muss zwar viel leiden, wird dafür aber mit einem Körper gesegnet, der wie frisch aus dem Photoshop aussieht.

Es sei denn, man ist Profi-Sumoringer.

Zugegeben. Es sieht ein bisschen befremdlich aus, wenn zwei große, adipöse Männer in Windeln sich im Kampfring gegenüberstehen. Aber die Kolosse haben jahrelanges Training und eine spezielle Mastkur hinter sich, um den ur-japanischen Sport auszutragen.

Heute gibt es zahlreiche Sumo-Verbände in Japan und die traditionellen Sumo-Schulen formen aus kleinen, dünnen Jungs über Jahre hinweg riesige Kampfmaschinen.

Die Regeln im Sumo scheinen auf den ersten Blick ziemlich simpel: Den anderen aus dem Kreis schubsen oder zu Boden werfen. Das passiert manchmal innerhalb von Sekunden und ist auch für den Laien unterhaltsam. Auch wenn man vielleicht nicht erkennt, welche der 82 Siegestechniken der Ringer gerade angewandt hat.

Was Sumo zu einem so beliebten Sport macht, ist vor allem das drum herum.

Es ist die Theatralik der Kämpfer, die alt hergebrachten Rituale vor dem kurzen Kampf und das zutiefst japanische an dieser Sportart.

In den Kindertagen des Sumo waren die Regeln noch etwas laxer. Nicht selten war der Sieger derjenige, der das Spektakel überlebt hat. Weil es in der Edo-Zeit (1603-1867) auch unter den Bürgerlichen so beliebt wurde, Sumo-Kämpfe auszutragen, dass öffentliche Keilereien ein Ärgernis wurden, hat man den Sport kurzzeitig sogar verboten.

Der Kreis, in dem die Kämpfer gegeneinander antreten, wurde 1578 erfunden. Damals hielt Oda Nobunaga ein Turnier mit 1.500 Ringern ab – die Kreise wurden um die Kämpferpaare gezogen, damit nicht alles drunter und drüber ging.

Obwohl Sumo typisch japanisch ist, etablieren sich seit einigen Jahren immer mehr ausländische Kämpfer in den japanischen Profiligen. Inzwischen gibt es sogar Verbände für weibliche Kämpfer. Die werden allerdings eher etwas stiefkindlich behandelt – nicht ganz unähnlich dem Frauenfußball hierzulande.

Wenn ihr jetzt also auch  Sumo-Ringerinnen werden möchtet, dann hier ein Insider-Tipp, der Gold wert ist: Mascarpone hat mehr als doppelt so viele Kalorien wie Schmand!

 

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