Werde ein Teil von Mangaka! loginregistrieren

Neuen Kommentar schreiben

In der Ruhe liegt die Kraft

 

Die japanische Teezeremonie

 

In Japan ist die Zubereitung und das Servieren von Tee ein Akt der Kunst und Spiritualität. Auch wenn man der Teekultur in Japan eine lange Tradition nachsagt, wurde erst im Mittelalter mit dem Anbau begonnen. Über China gelangten die ersten Samen nach Japan. Mit der Ausbreitung des Buddhismus folgte auch der Teegenuss, wobei dieser über mehrere Jahrhunderte vorerst nur den Herrenhäusern, Adligen, Zen-Priestern und Mönchen vorbehalten war.

 

Vor allem der Teemeister Sen Rikyu (1521-1591) vollendete die vorherrschende chinesische Tradition der Teezeremonie so, wie wir sie heute kennen. Er verschmähte das chinesische Porzellan und bevorzugte einfache, einheimische Keramik, die in seinen Augen die Schlichtheit und die gleichzeitige Erhabenheit symbolisierte. So schlicht wie das Zeremoniell ist auch dessen japanische Bezeichnung chanoyu,(heißes Teewasser). Erst durch einen japanischen Gelehrten namens Okakura setzte sich das Wort Teezeremonie in Europa durch.

 

Die Zeremonie findet heute wie früher im eigens dafür angelegten Teepavillon (chashitsu) im Teegarten (roji) statt. Mit jedem Schritt durch den Garten entfernt sich der Gast vom Alltag und betritt einen Raum der Ruhe. Der gastgebende Teemeister empfängt die Gäste schweigend und forderte sie auf, in den Pavillon zu treten. Dort ist alles in ein gedämpftes Licht getaucht. Tatami-Matten sind auf dem Boden ausgebreitet und der Raum ist an sich bis auf wenige Dekoraktionsgegenstände wie z.B. einem Blumengesteck, einer Kalligrafie oder einem Räucherdöschen leer. Nach dem Einnehmen von einem kleinen Imbiss werden die Gäste aufgefordert, den Pavillon zu verlassen. Erst mit einem Gong werden die Gäste eingeladen einzutreten. Die eigentliche Zeremonie beginnt nun, indem auf einem dreifüßigen Ständer Wasser über einem im Boden versunkenen Holzkohlefeuer in einem speziellen Kessel kocht. Nach einer symbolischen Reinigung der Teeutensilien beginnt der Teemeister mit der Zubereitung des Tees. In eine Schale wird heißes Wasser gegossen, in welches er mit einem kleinen Besen nach altchinesischer Art das geriebene grüne Teepulver einschlägt, bis sich ein leichter Schaum auf dem Wasser bildet. Die Schale des Teemeisters mit dem dickflüssigen Inhalt wird den Gästen überreicht, die nach einem Schluck von einer Person zur nächsten gereicht wird. Erst wenn alle Gäste mit ihrer eigenen Teeschale versorgt sich, gesellt sich auch der Gastgeber zu ihnen. Insgesamt kann eine traditionelle Zeremonie mehrere Stunden dauern.

 

Erlebe eine Teezeremonie auch in deiner Nähe! Geh auf http://www.urasenke.de/ für mehr Information.

 

Quelle:

Martin Krieger (2009), Tee - Eine Kulturgeschichte

 

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

BBCode

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • You can use BBCode tags in the text. URLs will automatically be converted to links.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Copyright

Copyright (c) 2012 Carlsen